Die Ergebnisse internationaler Schulleistungsstudien haben belegt, dass zur Sicherung der Qualität von Schule und Unterricht sowohl für einzelne Bildungseinrichtungen als auch für das gesamte Bildungssystem klare Ziele festgelegt und systematisch überprüft werden müssen. Die deutsche Kultusministerkonferenz (KMK) hat im Juni 2006 eine Gesamtstrategie verabschiedet, die die systematische Verknüpfung der bestehenden und neuer Untersuchungen zur Beobachtung des Bildungssystems (Bildungsmonitoring) gewährleistet. Neben einer Verbesserung des Steuerungswissens sollen davon zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung des Bildungswesens auf den verschiedenen Ebenen ausgehen.
Bei der Qualitätssicherung und beim Bildungsmonitoring setzt die KMK auf vier zentrale Instrumente:
Qualitätssicherung und Bildungsmonitoring
1. Internationale Schulleistungsuntersuchungen
Mit einer regelmäßigen Teilnahme an internationalen Schulleistungsuntersuchungen in der Primarstufe und der Sekundarstufe I stellt die KMK sicher, dass das deutsche Bildungssystem auch zukünftig mit dem anderer Staaten verglichen wird und so seine Leistungsfähigkeit international eingeordnet werden kann.
Derzeit ist Deutschland an drei internationalen Untersuchungen bzw. Untersuchungsreihen beteiligt:
Bei PIRLS/IGLU ("Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung") wird das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe getestet. Bisher wurden zwei Untersuchungen durchgeführt (2001 und 2006). Die internationalen Ergebnisse von IGLU 2006 wurden Ende November 2007 veröffentlicht, die Ergebnisse des Ländervergleichs IGLU-E 2006 erschienen am 9. Dezember 2008. Eine dritte Erhebungsrunde wird es im Jahr 2011 geben.
Derzeit ist Deutschland an drei internationalen Untersuchungen bzw. Untersuchungsreihen beteiligt:
Bei PIRLS/IGLU ("Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung") wird das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe getestet. Bisher wurden zwei Untersuchungen durchgeführt (2001 und 2006). Die internationalen Ergebnisse von IGLU 2006 wurden Ende November 2007 veröffentlicht, die Ergebnisse des Ländervergleichs IGLU-E 2006 erschienen am 9. Dezember 2008. Eine dritte Erhebungsrunde wird es im Jahr 2011 geben.
Bei TIMSS ("Trends in Mathematics and Science Study") geht es um das mathematische und naturwissenschaftliche Verständnis der Schülerinnen und Schüler. Die letzte Erhebungsrunde fand 2007 in der 4. Jahrgangsstufe statt. In dieser Jahrgangsstufe nahm Deutschland zum ersten Mal an TIMSS teil. Der Bericht zur internationalen Erhebung von TIMSS 2007 erschien am 9. Dezember 2008.
Die PISA-Studie ("Programme for International Student Assessment") untersucht die Kompetenzen der 15-Jährigen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Gemessen an der Zahl der Teilnehmerstaaten ist sie die bedeutendste der internationalen Bildungsstudien. Mit der dritten Erhebungsrunde, die im Frühjahr 2006 durchgeführt wurde, wurde der erste PISA-Zyklus (Testtermine waren 2000, 2003 und 2006, mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunktgebiet) abgeschlossen. Die internationalen Ergebnisse von PISA 2006 wurden im Dezember 2007 veröffentlicht, die Ergebnisse der nationalen Erweiterungsstudie mit dem Vergleich der deutschen Länder (PISA-E 2006) folgten am 18. November 2008. Die OECD ist indessen aber bereits mit den Vorbereitungen für den zweiten Zyklus beschäftigt. Da der dreijährige Rhythmus beibehalten werden soll, finden die nächsten Testrunden, an denen sich Deutschland erneut beteiligen wird, in den Jahren 2009, 2012 und 2015 statt. Der Schwerpunkt bei PISA 2009 liegt wie bei PISA 2000 auf der Lesekompetenz.
2. Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards in einem Ländervergleich
Seit dem Schuljahr 2004/2005 bzw. 2005/2006 gelten bundesweite Bildungsstandards für
- den Primarbereich (Jahrgangsstufe 4) in den Fächern Deutsch und Mathematik,
- den Hauptschulabschluss nach Jahrgangsstufe 9 in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache (Englisch/ Französisch),
- den Mittleren Schulabschluss nach Jahrgangsstufe 10 in Deutsch, Mathematik, erste Fremdsprache, Biologie, Chemie und Physik.
Die Bildungsstandards sollen die Gleichwertigkeit der schulischen Ausbildung und der Schulabschlüsse in den Ländern sicherstellen, die Durchlässigkeit der deutschen Schulsysteme fördern und so zu mehr Bildungsgerechtigkeit innerhalb Deutschlands beitragen.
Wie in den meisten Staaten üblich, sind auch die deutschen Bildungsstandards so genannte performance-Standards, d. h. normative Leistungsstandards. Sie fokussieren auf langfristig aufgebaute Lernergebnisse: Sie benennen die Kompetenzen und Wissensbestände, die alle Schülerinnen und Schüler bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe im jeweiligen Fach erreicht haben sollen und die für die weitere schulische und berufliche Ausbildung bedeutsam sind. Die Standards konzentrieren sich auf die Kernbereiche des jeweiligen Unterrichtsfaches und geben damit den Schulen größere Gestaltungsräume für ihre pädagogische Arbeit.
Die Texte der Bildungsstandards samt Aufgabenbeispielen sind auf den Internetseiten der KMK abrufbar.
Ab dem Jahr 2009 sind die Bildungsstandards die Grundlage für den Vergleich der deutschen Länder. Die bisher üblichen nationalen Erweiterungen internationaler Studien (PISA-E, IGLU-E) entfallen dafür. Für die Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards auf der Basis von Länderstichproben entwickelt das von der KMK ins Leben gerufene Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zentrale Testverfahren, die den technischen und methodischen Standards internationaler Vergleichsuntersuchungen entsprechen. Damit die Ergebnisse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung genutzt werden können, werden die Ländervergleiche ca. ein Jahr vor Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs durchgeführt, d. h. für
Wie in den meisten Staaten üblich, sind auch die deutschen Bildungsstandards so genannte performance-Standards, d. h. normative Leistungsstandards. Sie fokussieren auf langfristig aufgebaute Lernergebnisse: Sie benennen die Kompetenzen und Wissensbestände, die alle Schülerinnen und Schüler bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe im jeweiligen Fach erreicht haben sollen und die für die weitere schulische und berufliche Ausbildung bedeutsam sind. Die Standards konzentrieren sich auf die Kernbereiche des jeweiligen Unterrichtsfaches und geben damit den Schulen größere Gestaltungsräume für ihre pädagogische Arbeit.
Die Texte der Bildungsstandards samt Aufgabenbeispielen sind auf den Internetseiten der KMK abrufbar.
Ab dem Jahr 2009 sind die Bildungsstandards die Grundlage für den Vergleich der deutschen Länder. Die bisher üblichen nationalen Erweiterungen internationaler Studien (PISA-E, IGLU-E) entfallen dafür. Für die Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards auf der Basis von Länderstichproben entwickelt das von der KMK ins Leben gerufene Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zentrale Testverfahren, die den technischen und methodischen Standards internationaler Vergleichsuntersuchungen entsprechen. Damit die Ergebnisse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung genutzt werden können, werden die Ländervergleiche ca. ein Jahr vor Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs durchgeführt, d. h. für
- den Primarbereich in Jahrgangsstufe 3,
- den Hauptschulabschluss in Jahrgangsstufe 8 und
- den Mittleren Schulabschluss in Jahrgangsstufe 9.
Um den Erfordernissen der internationalen Verknüpfung der Bildungsstandards sowie dem Wunsch nach längeren Intervallen zwischen den Tests Rechnung zu tragen,
- wird im Grundschulbereich der Ländervergleich in Deutsch und Mathematik in einem 5-jährigen Rhythmus in organisatorischer Anbindung an die IGLU- bzw. an die TIMS-Studie durchgeführt (erstmals 2011),
- werden in der Sekundarstufe I die Ländervergleiche in zwei Fächergruppen in Ankopplung an PISA abwechselnd in einem 6-jährigen Rhythmus durchgeführt: Deutsch, Englisch, Französisch erstmalig im Jahr 2009, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik erstmalig im Jahr 2012.
3. Vergleichsarbeiten zur landesweiten Überprüfung der Leistungsfähigkeit einzelner Schulen
Die meisten deutschen Länder haben bereits seit einigen Jahren zusätzlich zu den internationalen und nationalen Studien landesweite Vergleichsarbeiten in unterschiedlichen Jahrgangsstufen eingeführt. Diese Tests orientieren sich künftig an den Bildungsstandards der KMK. Dabei verstärken die Länder ihre Zusammenarbeit: Im Mai 2008 wurden zum ersten Mal in allen deutschen Ländern flächendeckende Lernstandserhebungen in der Grundschule (Jahrgangsstufe 3: VERA 3) in den Fächern Deutsch und Mathematik durchgeführt. An den weiterführenden Schulen (Jahrgangsstufe 8: VERA 8) fand im März 2008 in einem Verbund von 12 Ländern eine Vergleichsarbeit im Fach Mathematik statt. Im März 2009 wurden erstmals an allen bayerischen Haupt-, Real- und Wirtschaftsschulen sowie Gymnasien in der Jahrgangsstufe 8 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch (als 1. Fremdsprache) zentrale Vergleichsarbeiten geschrieben, die vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für ganz Deutschland entwickelt wurden.
4. Gemeinsame Bildungsberichterstattung von Bund und Ländern
Bildungsberichterstattung ist die kontinuierliche, datengestützte Information der Öffentlichkeit über Rahmenbedingungen, Ergebnisse und Erträge von Bildungsprozessen. Sie soll das Bildungsgeschehen transparent machen und eine empirisch abgesicherte Grundlage für Entscheidungen der Politik und der Bildungsverwaltung bieten.
Kern der Bildungsberichterstattung ist ein überschaubarer, systematischer und regelmäßig fortschreibbarer Satz von Indikatoren, die jeweils für ein zentrales Merkmal von Bildungsprozessen bzw. einen zentralen Aspekt von Bildungsqualität stehen (z. B. Bildungsausgaben, Abschlüsse, Übergänge, Bildungsbeteiligung). Ein erster in diesem Sinne indikatorengestützter nationaler Bildungsbericht wurde im Auftrag der KMK und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Juni 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der nationale Bericht "Bildung in Deutschland 2008" erschien im Juni 2008. Der gemeinsame Bildungsbericht soll auch künftig alle zwei Jahre erscheinen.
Eine Onlineversion des nationalen Bildungsberichts 2008, zusätzliches Datenmaterial sowie eine Zusammenfassung zentraler Befunde stehen unter der Adresse www.bildungsbericht.de zum Herunterladen bereit.
Kern der Bildungsberichterstattung ist ein überschaubarer, systematischer und regelmäßig fortschreibbarer Satz von Indikatoren, die jeweils für ein zentrales Merkmal von Bildungsprozessen bzw. einen zentralen Aspekt von Bildungsqualität stehen (z. B. Bildungsausgaben, Abschlüsse, Übergänge, Bildungsbeteiligung). Ein erster in diesem Sinne indikatorengestützter nationaler Bildungsbericht wurde im Auftrag der KMK und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Juni 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der nationale Bericht "Bildung in Deutschland 2008" erschien im Juni 2008. Der gemeinsame Bildungsbericht soll auch künftig alle zwei Jahre erscheinen.
Eine Onlineversion des nationalen Bildungsberichts 2008, zusätzliches Datenmaterial sowie eine Zusammenfassung zentraler Befunde stehen unter der Adresse www.bildungsbericht.de zum Herunterladen bereit.
