"Die neue Mittelschule erfährt in Gemeinden und Städten eine hohe Akzeptanz - Erweitertes Bildungsangebot für unsere Schüler"

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zieht positive Zwischenbilanz über die Vereinbarungen von Schulen und Sachaufwandsträgern - Fast zwei Drittel der Hauptschulen werden zum Schuljahr 2010/2011 allein oder im Schulverbund zu "Mittelschulen"

"Die Mittelschule erfährt in Städten und Gemeinden in Bayern eine hohe Akzeptanz", bilanziert Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle den Stand zur Bildung von Mittelschulen und Schulverbünden kurz vor Ende des Schuljahres 2009/2010. Zum neuen Schuljahr werden 61 Hauptschulen von sich aus den Status der Mittelschule erreichen. Sie können ihren Schülerinnen und Schülern ein umfassendes qualifiziertes Bildungsangebot unterbreiten.

Dazu gehören: Ganztagsangebote, der Mittlere Bildungsabschluss, drei berufsorientierende Zweige, eine Kooperation mit der regionalen Wirtschaft. Gut 500 weitere Hauptschulen werden sich in rund 170 Schulverbünden zu einer "Mittelschule" zusammenschließen. Dies ist das Ergebnis von rund 80 Dialogforen, bei denen erstmals alle Beteiligten Alternativen zur Schulentwicklung in ihrer Region diskutiert haben. In mehreren Landkreisen, u. a. in Neumarkt in der Oberpfalz, Tirschenreuth und in der Stadt Regensburg starten alle Hauptschulen zum neuen Schuljahr als Mittelschulen.
Der Schulverbund dient nicht zuletzt als Instrument zum Erhalt möglichst vieler kleiner Schulstandorte, die durch demographische Entwicklung und Übertrittsverhalten gefährdet sind. Ein Drittel der 979 Hauptschulen ist einzügig.

Mancherorts sind die Verhandlungen zwischen Sachaufwandsträgern und Schulleitungen noch nicht abgeschlossen, andere Schulen sowie ihre Sachaufwandsträger hatten angekündigt, erst zum Schuljahr 2011/2012 als Mittelschulen zu starten. "Die nötigen Änderungen des Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen sind auf den Weg gebracht, der Bayerische Landtag wird als Souverän in der kommenden Woche darüber entscheiden", so der Minister.

"Das erweiterte Bildungsangebot der Mittelschule ist für unsere Schülerinnen und Schüler sehr wichtig", argumentiert Dr. Spaenle und verweist auf die verstärkte Berufsorientierung und die erweiterte individuelle Förderung etwa durch Ganztagsangebote und die modulare Förderung. "So können die Schüler besser ihre Begabungen in Chancen auf der Suche nach Ausbildungsplätzen und Arbeitsstellen ummünzen und die wachsenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen bewältigen."

Mit Blick auf die soziale Bindekraft der Schulen im ländlichen Raum betonte Minister Spaenle: "Für den Alltag der Menschen in kleinen Gemeinden vermittelt die Schule ein Stück Lebensqualität und bildet eine Klammer für das Gemeinschaftsleben. Deshalb ist mir der Erhalt möglichst vieler Schulstandorte ein wichtiges Anliegen."

Jeder Schulverbund erhält ein eigenes Budget an Lehrerwochenstunden mit denen im Schulverbund flexibel Klassen gebildet werden. Die bisherige Mindestgröße von 15 Schülern pro Klasse an Hauptschulen wird für Verbünde aufgehoben. "Die Staatsregierung hat", unterstrich Minister Spaenle, "den finanziellen Rahmen geschaffen, um in den Schulverbünden eine gute Arbeit zu leisten". Sofern in Schulverbünden Schüler zum Besuch von Ganztagsangeboten oder berufsorientierenden Wahlpflichtfächern zu einem anderen Standort fahren müssen, werden diese Fahrten gefördert. "Diese Regelung dient unseren Schülerinnen und Schülern und entlastet die Kommunen als Sachaufwandsträger", so Minister Spaenle.

Gegenwärtig besuchen in Bayern gut 43.200 Schüler von insgesamt 139.000 Schülern in der Jahrgangsstufe 8 die Hauptschule, also ein Drittel der Schüler eines Jahrgangs.