Fakten: Bayern investiert in Bildung - Erfolgreiche Zwischenbilanz – Keine Kürzungen geplant

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle erklärte, dass mit dem Doppelhaushalt 2009/2010 bereits 2.700 zusätzliche Lehrerplanstellen geschaffen wurden. Bis 2013 sollen als Ziel zusätzliche Lehrerplanstellen - wie im Koalitionsvertrag vereinbart – erreicht werden.

„Es gibt in Bayern keine Kürzungen im Bildungsbereich“, betonte der Minister. „Es bleibt das klare Ziel der bayerischen Staatsregierung, die im Koalitionsvertrag vereinbarten zusätzlichen Lehrerplanstellen auch umzusetzen“, so Spaenle.

Bereits mit dem Doppelhaushalt 2009/2010 seien rund 2.700 zusätzliche Lehrerplanstellen und damit durchschnittlich mehr als 1000 Planstellen pro Jahr realisiert worden. „Auf diesem Kurs wollen wir bleiben“, sagte der Minister.

Fakten zur Bildung in Bayern

• Zur Entwicklung des Gesamtbildungshaushalts seit 2008

Die Ausgaben für Bildungswesen, Wissenschaft und Forschung des Freistaats Bayern betrugen 2008 noch 13.973,2 Mio. € und sind bis zum Nachtragshaushalt 2010 um rund 12,7 % auf 15.722,5 Mio. € gestiegen. Davon entfallen auf Ausgaben für allgemeinbildende Schulen und berufliche Schulen in 2008: 8.418,6 Mio. €, die einschließlich des Nachtragshaushalts 2010 auf 9.351,0 Mio. € gesteigert wurden. Das ist ein Zuwachs um 932,4 Mio. € oder 11,07 %.

Der Anteil der Ausgaben für Bildungswesen, Wissenschaft und Forschung am Gesamthaushalt beläuft sich damit im Nachtragshaushalt auf 37,13 %. Der Anteil der Ausgaben für allgemeinbildende und berufliche Schulen am Gesamthaushalt beträgt 22,4 %.

Die Gesamtausgaben sind seit 2008 von 8.632,2 Mio. € auf 9.482,3 Mio. € im Nachtragshaushalt 2010 gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs um 850,1 Mio. € oder rund 9,85 %.

• Zusätzliche Stellen im Doppelhaushalt 2009/10:

Im Doppelhaushalt 2009/2010 werden zusätzlich insgesamt 2.280 neue Planstellen für Lehrkräfte ausgebracht:

Für den Ausbau der gebundenen Ganztagshaupt- und -förderschulen aus dem Programm „ Zukunft Bayern 2020“ sind weitere 458 neue Lehrerplanstellen vorgesehen (davon Hauptschulen 410, Förderschulen 48). Daneben stehen den Schulen rund 1.300 Stellen aus der demographischen Rendite aufgrund des Schülerrückgangs insbesondere bei der Volksschule weiterhin zur Verfügung. Die im Koalitionsvertrag getroffene Zielsetzung wurde im laufenden Doppelhaushalt um fast ein Drittel überschritten.
Der Freistaat stellt damit im Doppelhaushalt 2009/2010 insgesamt 2736 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte zur Verfügung (2.280 + 458 neue Planstellen).

Zur Koalitionsvereinbarung

Ganztagsangebote

Die Koalitionsvereinbarung legt den Ausbau der Ganztagsangebote als vorrangiges Ziel fest. Zum Schuljahr 2009/10 ist folgender Ausbaustand erreicht:

Gebundene Ganztagsschulen

Bayernweit sind zum Schuljahr 2009/2010 insgesamt 617 gebundene Ganztagsschulen eingerichtet (davon 110 im Aufbau).

Daneben bestehen bereits gebundene Ganztagszüge an sieben staatlichen Gymnasien (früherer Schulversuch „G 8 in Ganztagsform“) sowie an zwölf Realschulen. Besonders weit fortgeschritten ist der Ausbau von Ganztagsschulen im Bereich der Hauptschulen. An rund 70 % aller Hauptschulen besteht inzwischen ein Ganztagsangebot. Mehr als ein Drittel der Hauptschulen führt einen gebundenen Ganztagszug, rund die Hälfte bietet ein offenes Ganztagsangebot.

Für das Schuljahr 2010/2011 ist der Ausbau von weiteren Ganztagszügen an Grundschulen, Hauptschulen, Sonderpädagogischen Förderzentren und Schulen zur Lernförderung geplant.

Offene Ganztagsschulen

Zum Schuljahr 2009/2010 verfügen 1.042 staatliche, kommunale und private Schulen in Bayern über ein staatlich genehmigtes und finanziertes offenes Ganztagsangebot. An diesen Schulen sind 2.831 Gruppen zur Förderung und Betreuung von rund 60.000 Schülerinnen und Schüler eingerichtet (976 an Hauptschulen, 125 an Förderschulen, 629 an Realschulen, 73 an Wirtschaftsschulen und 1.028 an Gymnasien). Mit der Genehmigung von 791 zusätzlichen Gruppen im Vergleich zum Vorjahr konnte im Schuljahr 2009/2010 der größte Ausbauschritt bei der offenen Ganztagsschule seit ihrer Einführung vollzogen werden. Für das Schuljahr 2010/2011 ist die Einrichtung von weiteren 200 Gruppen vorgesehen.


Mittagsbetreuung und verlängerte Mittagsbetreuung

An Grundschulen und in der Grundschulstufe der Förderschulen bestehen daneben 2.728 staatlich geförderte Gruppen der Mittagsbetreuung. In diesen Einrichtungen in kommunaler oder freier Trägerschaft erhalten die Schülerinnen und Schüler an vier Wochentagen im Anschluss an den Vormittagsunterricht bis ca. 14.00 Uhr eine verlässliche Betreuung mit sozial- und freizeitpädagogischer Zielrichtung. Darüber hinaus sind zum Schuljahr 2009/2010 bayernweit 1.994 Gruppen der verlängerten Mittagsbetreuung bis mindestens 15.30 Uhr mit verlässlicher Hausaufgabenbetreuung eingerichtet. Hierfür werden Elternbeiträge erhoben. Diese Angebote, die an ca. 70 % aller bayerischen Grundschulen eingerichtet sind, werden gegenwärtig von rund 74.000 Schülerinnen und Schülern besucht.

Abbau Klassenstärken

Im laufenden Schuljahr 2009/10 wurde ein weiterer Schritt beim Abbau größerer Klassenstärken erreicht. So ist die Zahl der Klassen mit 31 und mehr Schülern an allen Schulen im Schuljahr 2009/10 um 18,5 % rückgängig.

Individuelle Förderung

Kinder und Jugendlichen sollen unabhängig von ihrer Herkunft in ihren individuellen Fähigkeiten und Talenten gefördert werden. Dazu dienen bei der Grundschule über die Senkung der Klassenstärken hinaus, die Teilung der Klassen der Jahrgangsstufe 4 bei einer Schülerzahl ab 25 in der Förderstunde. Bei der Haupt- und Mittelschule wird die Förderstunde in Jahrgangsstufe 5 ab dem Schuljahr 2010/11 personell doppelt besetzt und damit zu einer Intensivierungsstunde nach dem Vorbild des Gymnasiums ausgebaut. Ab dem Schuljahr 2011/12 soll in gleicher Weise jede Klasse der Jahrgangsstufe 6 ausgestaltet werden. An der Realschule wird ebenfalls ab dem Schuljahr 2010/11 eine vom Fachunterricht unabhängige Förderstunde für die Jahrgangsstufe 5 eingerichtet. Für die Gymnasien werden bereits knapp 7 % des Stundenbudgets in fachunabhängige Intensivierungsstunden aufgewendet.